Kurz und knapp
- Angemeldet wird beim Standesamt eures Wohnorts, frühestens sechs Monate vor der Hochzeit.
- Die Trauung selbst dauert rund 20 Minuten. Trauzeugen sind freiwillig.
- Die Gebühren liegen meist bei einigen Dutzend Euro. Besondere Trauorte und Samstage kosten mehr.
- Fotografieren ist in den meisten Standesämtern erlaubt. Fragt vorher kurz nach.
Für viele Paare ist das Standesamt der eigentliche Moment. Offiziell, nah, oft nur mit den Menschen, die wirklich zählen. Aus meiner Erfahrung mit über 200 Hochzeiten weiß ich: Gerade weil es so kurz ist, lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein. Dann könnt ihr die zwanzig Minuten wirklich erleben, statt an Ausweise und Ringe zu denken.
1. Die Anmeldung
Bevor ihr heiraten könnt, meldet ihr die Eheschließung an. Das passiert beim Standesamt des Ortes, an dem einer von euch wohnt, auch wenn ihr später woanders heiraten möchtet. Euer Standesamt gibt die Unterlagen dann an den Trauort weiter.
Anmelden könnt ihr euch frühestens sechs Monate vor der Hochzeit. Die Anmeldung gilt genau sechs Monate, in dieser Zeit muss die Trauung stattfinden. Viele Standesämter vergeben dafür feste Termine, kommt also nicht einfach vorbei.
Welche Unterlagen ihr braucht
Für Deutsche, die zum ersten Mal heiraten, verlangen die Standesämter in der Regel:
- einen gültigen Personalausweis oder Reisepass,
- einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister,
- je nach Stadt eine erweiterte Meldebescheinigung. In Karlsruhe darf sie zum Beispiel nicht älter als zwei Wochen sein.
Wer schon verheiratet war, Kinder hat oder einen Partner mit ausländischer Staatsangehörigkeit, braucht mehr Unterlagen. Fragt in dem Fall früh bei eurem Standesamt nach, manche Dokumente brauchen Wochen.
Was es kostet
Die Gebühren legt jede Stadt fest. Ein Beispiel aus Pforzheim, Stand Oktober 2026:
| Posten | Pforzheim |
|---|---|
| Anmeldung nach deutschem Recht | 65 € |
| Anmeldung mit ausländischem Recht | 110 € |
| Trauung im Standesamt | 45 € |
| Eheurkunde | 20 € |
Dazu kommen je nach Wunsch Gebühren für besondere Trauorte und für Trauungen außerhalb der Dienstzeit. In Karlsruhe kostet eine Trauung außerhalb der Dienstzeit zum Beispiel 110 € zusätzlich. Die Details für einzelne Städte findet ihr auf meinen Seiten zu den Standesämtern in Pforzheim, Karlsruhe und Stuttgart.
2. Trauort und Termin
Fast jede Stadt hat ein Trauzimmer im Rathaus. Viele bieten zusätzlich besondere Trauorte an: Schlösser, Museen, Türme, Gärten. In Stuttgart sind es über 40, in Karlsruhe traut das Standesamt ab dem 10. Oktober 2026 im Markgräflichen Palais (Stadt Karlsruhe).
Beliebte Orte und Samstage sind schnell vergeben. Wenn ihr einen bestimmten Ort wollt, reserviert ihn so früh wie möglich. In vielen Städten geht das online über einen Traukalender.
Achtet beim Ort auch auf die Platzzahl. Ein Trauzimmer für 20 Personen ist schnell voll, wenn beide Familien kommen. Kinder, Trauzeugen und der Fotograf zählen meist mit.
3. Der Ablauf am Tag
So läuft eine standesamtliche Trauung in den meisten Fällen ab:
- Ankommen. Viele Standesämter bitten darum, etwa 15 Minuten vorher da zu sein.
- Einzug. Eure Gäste sitzen schon, ihr kommt gemeinsam oder nacheinander herein.
- Ansprache. Ein paar Worte der Standesbeamtin oder des Standesbeamten, oft mit persönlicher Note.
- Das Ja-Wort. Die Frage, eure Antworten. Der Moment, um den es geht. Mit diesen Erklärungen vor der Standesbeamtin oder dem Standesbeamten ist die Ehe geschlossen (§ 1310 BGB).
- Ringe. Der Ringtausch ist rechtlich nicht nötig, gehört für die meisten aber dazu.
- Unterschrift. Danach wird die Eheschließung schriftlich festgehalten. Ihr unterschreibt die Niederschrift, gegebenenfalls auch die Trauzeugen (§ 14 PStG).
- Gratulation. Umarmungen, Tränen, Lachen. Oft die lebendigsten Minuten des Tages.
Zusammen dauert das rund 20 Minuten. Viele Standesämter planen 30 Minuten pro Trauung ein, danach wartet schon das nächste Paar. Für die Gratulationen geht ihr deshalb meist hinaus vor das Gebäude.
4. Trauzeugen und Namen
Trauzeugen sind seit 1998 nicht mehr vorgeschrieben. Wenn ihr welche möchtet, dürft ihr bis zu zwei mitbringen. Sie müssen volljährig sein und ihren Ausweis dabeihaben.
Über euren Namen entscheidet ihr bei der Anmeldung oder am Tag selbst: Ihr könnt einen gemeinsamen Ehenamen wählen oder beide euren Namen behalten. Einen gemeinsamen Namen könnt ihr in vielen Fällen auch später noch bestimmen.
5. Fotos im Standesamt
In den allermeisten Standesämtern ist ein Fotograf willkommen. Manche haben Regeln, etwa kein Blitz oder feste Plätze. Film- und Tonaufnahmen müsst ihr oft vorher absprechen. Ich fotografiere während der Trauung ohne Blitz und suche mir einen Platz, von dem aus ich euch, eure Gäste und das Licht sehe, ohne zu stören.
Aus meiner Erfahrung mit über 200 Hochzeiten entstehen die stärksten Bilder einer standesamtlichen Trauung oft nicht beim Ja-Wort, sondern direkt danach. Wenn die Spannung abfällt. Wenn die Mutter nicht mehr versucht, ihre Tränen zu verstecken. Wenn ihr euch zum ersten Mal als Ehepaar anschaut.
Wenn ihr nach der Trauung noch Paar-Bilder möchtet, plant dafür 15 bis 30 Minuten ein und sucht euch einen Ort in der Nähe. Am schönsten ist das Licht meist am Nachmittag oder in der Stunde vor Sonnenuntergang. Wann das an eurem Tag ist, zeigt der Licht-Rechner. Und wenn Gruppenbilder dazugehören, spart eine kurze Liste viel Zeit. Dafür gibt es den Gruppenfoto-Planer.
6. Sieben kleine Tipps
- Puffer einplanen. Parkplatzsuche, Stau, ein offener Schuh. 15 Minuten Puffer nehmen Druck raus.
- Ringe abgeben. Gebt die Ringe einer Person, der ihr vertraut. Dann müsst ihr am Tag nicht daran denken.
- Ausweise einpacken. Eure und die der Trauzeugen. Klingt banal, wird trotzdem vergessen.
- Handys runter. Bittet eure Gäste, während der Trauung nicht mit dem Handy zu filmen. Ihr wollt Gesichter sehen, keine Bildschirme.
- Regeln der Stadt beachten. Manche Städte bitten darum, auf Reis, Konfetti oder Glitzer zu verzichten. In Pforzheim zum Beispiel.
- Einen Ort für danach. Wo stoßt ihr an? Ein Café, ein Garten, ein Sektempfang vor dem Rathaus. Klärt das vorher.
- Taschentücher. Für euch und für die erste Reihe.
Standesamt oder freie Trauung?
In Deutschland ist nur die standesamtliche Trauung rechtlich gültig. Viele Paare feiern zusätzlich eine freie Trauung, mit eigenem Ablauf und an einem Ort ihrer Wahl. Was die beiden unterscheidet und wann sich was lohnt, steht in meinem Artikel Standesamt oder freie Trauung?
Wir hatten immer das Gefühl, bei Bedarf Fragen stellen zu können – und diese wurden nicht nur fix sondern auch kompetent und hilfreich beantwortet.
Ihr plant eure standesamtliche Trauung in Pforzheim, Karlsruhe, Stuttgart oder im Schwarzwald? Schreibt mir. Die Standesamt-Reportage gibt es Montag bis Freitag ab 279 €, Fahrtkosten kommen dazu, am Wochenende auf Anfrage. Die Bilder bekommt ihr nach 7 Werktagen.